Kore, sore und are lassen sich schnell aufsagen. Schwieriger wird es, wenn dieselbe Tasche plötzlich aus der Perspektive einer anderen Person bezeichnet wird. Hier übst du diese Entscheidung mit klar beschriebenen Szenen, überprüfbaren Antworten und einer ergänzenden Wortwiederholung mit KanaWay.
Kore, sore und are beginnen bei der Sprecherrolle
Du stehst einer anderen Person gegenüber. In deiner Hand liegt ein Buch, neben ihr steht eine Tasche, am anderen Ende des Flurs ein Schirm. Bevor du ein japanisches Wort auswählst, klärst du zwei Dinge: Wer spricht gerade, und welcher Gegenstand ist gemeint? Genau diese Verbindung geht verloren, wenn du lediglich drei Übersetzungen auswendig lernst.
Für unsere sichtbaren Übungsszenen gilt das einfache Grundmodell: これ, kore, bezeichnet etwas beim Sprecher; それ, sore, etwas beim Zuhörer; あれ, are, etwas von beiden entfernt. Entscheidend ist die Zuordnung innerhalb der jeweiligen Situation. Es gibt dafür keine feste Grenze in Zentimetern. Wir stellen die Dinge bewusst deutlich auseinander, damit die Antworten überprüfbar bleiben.
Beginne mit Gegenständen, deren Namen du bereits kennst. Sonst vermischst du die Frage nach der Position mit einer Wortschatzlücke. Für die erste Runde reichen ein Buch, eine Tasche und ein Schirm. Die Fotos veranschaulichen räumliche Beziehungen; die schriftlichen Aufgaben weiter unten legen jeweils ausdrücklich fest, wer spricht.

Drei Gegenstände, drei eindeutige Bezüge
Wenn du das Buch selbst hältst, passt in unserem Modell これは本です。 Die Lesung lautet これはほんです, gesprochen kore wa hon desu: „Das hier ist ein Buch.“ Die Partikel は wird hier wa gesprochen. 本 heißt Buch und wird in diesem Wort ほん, hon, gelesen. Du benennst also einen Gegenstand in deinem eigenen Nahbereich.
Die Tasche steht unmittelbar bei der Person, mit der du sprichst. Dafür üben wir それはかばんです。, sore wa kaban desu: „Das da bei dir ist eine Tasche.“ Der Zusatz „bei dir“ macht den räumlichen Bezug auf Deutsch sichtbar; er ist keine zusätzliche japanische Satzkomponente. Für den von beiden entfernten Schirm verwenden wir あれは傘です。, are wa kasa desu: „Das dort ist ein Schirm.“ 傘 wird かさ, kasa, gelesen.
Zeige erst auf das Ding und sprich dann. Bitte dein Gegenüber anschließend, genau diesen Gegenstand zu berühren oder zu benennen. So überprüfst du, ob ihr denselben Bezug verstanden habt. Eine sauber gesprochene Form genügt noch nicht, wenn du auf mehrere Taschen zugleich zeigst. Eindeutiges Zeigen gehört zur Aufgabe, solange ihr mit sichtbaren Dingen arbeitet.

Wenn die andere Person antwortet
Das Buch bleibt in deiner Hand, aber nun spricht dein Gegenüber über dieses Buch. Aus seiner Perspektive liegt es beim Zuhörer: bei dir. In unserer klar getrennten Szene passt deshalb それは本です。 Das Objekt hat sich nicht bewegt. Geändert hat sich, wer gerade spricht. Genau deshalb ist „kore ist immer dieses Buch“ keine brauchbare Lernregel.
Legt danach das Buch unmittelbar neben die andere Person. Sprichst du, wählst du für diesen neuen Standort sore. Spricht sie über das Buch an ihrer eigenen Seite, wählt sie kore. Der Wechsel lässt sich zunächst ohne vollständige Sätze üben: Rollen nennen, Gegenstand zeigen, Form sagen. Erst wenn das klappt, setzt ihr die Form in den kurzen Satz ein.
Wem das Buch gehört, entscheidet diese räumliche Übung nicht. Dein eigenes Buch kann neben deinem Gegenüber liegen; seine Tasche kann vor dir stehen. Notiere deshalb „bei der sprechenden Person“ statt „mein Gegenstand“. Prüfe jede Antwort aus der aktuellen Sprecherrolle. Das verhindert, dass du eine Besitzregel lernst, die in der nächsten Szene bereits scheitert.
Den Satz bauen, ohne die Formen zu vermischen
Für die heutigen Aufgaben genügt das Muster „Zeigewort + は + Gegenstandsname + です“. Du musst weder neue Verben noch komplizierte Höflichkeitsformen hinzufügen. Die Sätze sind einfache höfliche Benennungen. Wenn dir dieser Aufbau noch unsicher erscheint, hilft unser Ratgeber zur japanischen Grammatik beim Einordnen der einzelnen Bestandteile.
これ kann selbst für den gemeinten Gegenstand stehen. Wenn du unmittelbar ein Substantiv anschließen möchtest, gehört dort die andere Form この hin: この本, kono hon, bedeutet „dieses Buch“. Entsprechend stehen その und あの vor einem Substantiv. Für diese Runde behalten wir jedoch die vollständigen Sätze mit kore, sore und are bei. Du musst nicht gleichzeitig sämtliche Reihen der Zeigewörter beherrschen.
Eine Rückfrage wie これは何ですか。, kore wa nan desu ka, fragt „Was ist das hier?“. Die Lesung von 何 ist in diesem Satz なん. Eine passende kurze Antwort kann 本です。 sein: „Ein Buch.“ Dabei muss der Antwortende nicht blind das Zeigewort der Frage wiederholen. Er kann den Gegenstand direkt benennen. Das ist gerade beim Wechsel der Sprecherrolle eine nützliche Entlastung.

Mit KanaWay die Wortform prüfen, die Szene selbst üben
Teile deine Wiederholung in zwei Aufgaben. Die erste lautet: Erkenne und erinnere die japanische Wortform. Die zweite lautet: Wähle in einer beschriebenen Situation den passenden Bezug. Für die erste Aufgabe lässt sich der im Projekt belegte KanaWay-Ablauf nutzen: eine vorhandene Lernkarte beantworten, die Lösung aufdecken und die eigene Erinnerung bewerten. Der Rollenwechsel bleibt eine zusätzliche Übung außerhalb der App.
Nutze dafür nur passende Karten, die dir tatsächlich angezeigt werden. Die folgende Übungsfolge ist unser Vorschlag, kein Versprechen über ein eigenes Zeigewörter-Paket. Beantworte die Karte zunächst ohne die Lösung zu öffnen. Vergleiche anschließend Form und Bedeutung. Eine Bewertung deiner Erinnerung ersetzt keine unabhängige Prüfung, ob du im Raum auf den richtigen Gegenstand gezeigt hast.
Nach der Kartenrunde legst du das Gerät beiseite und stellst Buch, Tasche und Schirm auf. Nimm eine der unten beschriebenen Situationen und entscheide erneut. Bewerte beide Aufgaben getrennt: „Wortform vergessen“ oder „Sprecherrolle verwechselt“. Eine App-Karte kann dir beim Erinnern helfen; sie sieht diese selbst aufgebaute Szene nicht und bewertet hier weder deinen Blick noch dein Zeigen.
Wenn die Gegenstandsnamen fehlen, schlage sie gezielt nach, statt eine große zusätzliche Liste einzuschieben. Unser Ratgeber zum japanischen Wortschatz zeigt, wie du kleine, verwendbare Gruppen bildest. Wiederhole zuerst die Wörter, die deine drei konkreten Sätze benötigen. Erst danach lohnt es sich, neue Gegenstände einzusetzen.
Sechs Aufgaben mit festgelegter Perspektive
Decke die Lösungen im nächsten Abschnitt ab. Wähle jeweils nur kore, sore oder are und begründe deine Wahl in einem kurzen deutschen Satz. Alle Aufgaben beziehen sich auf sichtbare Gegenstände, klar getrennte Bereiche und einen frisch begonnenen Austausch. Es geht hier nicht um etwas, das zuvor im Gespräch erwähnt wurde.
Aufgabe 1: Du sprichst und hältst ein Buch in der Hand. Welche Form steht vor は本です? Aufgabe 2: Du sprichst über die Tasche unmittelbar neben deinem Gegenüber. Welche Form steht vor はかばんです? Aufgabe 3: Du und dein Gegenüber stehen am Eingang; der Schirm steht weit entfernt am anderen Ende des Flurs. Welche Form steht vor は傘です?
Aufgabe 4: Das Buch bleibt in deiner Hand. Jetzt spricht dein Gegenüber über genau dieses Buch. Welche Form wählt es? Aufgabe 5: Die Tasche gehört dir, steht aber direkt neben deinem Gegenüber. Du sprichst über sie. Welche Form wählst du? Aufgabe 6: Der Schirm steht nun unmittelbar neben deinem Gegenüber, das selbst über ihn spricht. Welche Form verwendet diese Person?
Notiere deine erste Antwort vor dem Nachsehen. Wenn du nachträglich die Rolle anders liest, kennzeichne die Korrektur. Dadurch erkennst du, ob die Form fehlt oder ob du die Aufgabenbeschreibung zu schnell überflogen hast. Ein Rateversuch mit anschließendem Blick auf die Lösung sagt darüber viel weniger aus.

Lösungen: Der Standort bleibt, die Rolle wechselt
Aufgabe 1: kore, weil das Buch beim Sprecher liegt. Der vollständige Satz lautet これは本です。 Aufgabe 2: sore, weil die Tasche beim Zuhörer steht: それはかばんです。 Aufgabe 3: are, weil der Schirm von beiden Personen entfernt ist: あれは傘です。 Diese ersten drei Antworten überprüfen das Grundmodell ohne Rollenwechsel.
Aufgabe 4: sore. Die andere Person spricht, du hörst zu, und das Buch liegt bei dir. Aufgabe 5: ebenfalls sore. Dass dir die Tasche gehört, ändert ihren aktuellen Platz beim Zuhörer nicht. Aufgabe 6: kore. Dein Gegenüber ist jetzt der Sprecher; der Schirm befindet sich direkt bei dieser Person. Dieselbe Sache kann deshalb je nach Szene mit einer anderen Form bezeichnet werden.
Wenn Aufgabe 4 misslingt, wiederhole genau den Rollenwechsel mit einem einzigen Buch. Wenn Aufgabe 5 misslingt, tausche nur den Besitzer in der Beschreibung, nicht den Standort. Wenn Aufgabe 3 misslingt, stelle einen Gegenstand sichtbar weiter von beiden weg. Ändere jeweils nur eine Bedingung. So lässt sich prüfen, welche Unterscheidung noch unsicher ist, statt alle sechs Antworten erneut auswendig zu lernen.
Aus der Übung einen kurzen Austausch machen
Stelle zuletzt eine neue Szene mit zwei Personen und einem bekannten Gegenstand her. Sage zunächst auf Deutsch, wer sprechen wird. Diese Person wählt die Form und benennt den Gegenstand. Danach übernimmt die andere Person das Sprechen, während der Gegenstand liegen bleibt. Ihr dürft kurz innehalten; Geschwindigkeit ist heute nicht das Lernziel.
Für weitere Hörbeispiele in einem Einkaufskontext bietet die Japan Foundation die Irodori-Materialien für Einsteiger an; die passende Lektion ist dort Nummer 16. Nutze die Originalszene, statt aus einem isolierten Wort einen vermeintlich allgemeinen Abstandswert abzuleiten. Die Marugoto-Unterrichtshinweise behandeln die drei Formen ebenfalls im Einstiegskurs.
Unser räumliches Modell deckt nicht jeden Gesprächsgebrauch ab. Zeigewörter können auch auf bereits Erwähntes oder gemeinsam Bekanntes verweisen. Wenn ein Gegenstand zwischen beiden Personen liegt oder der Bezug unklar ist, fehlt einer schriftlichen Aufgabe möglicherweise die nötige Information. Dann klärst du die Szene, statt eine scheinbar zwingende Lösung zu erfinden.
Beende die Runde, sobald du die einfachen Zuordnungen mit Begründung lösen und einen Rollenwechsel erklären kannst. Für die nächste kurze Einheit findest du im Ratgeber zum Japanischüben weitere Möglichkeiten. Wiederhole später dieselbe Unterscheidung mit einem anderen bekannten Gegenstand. Du prüfst damit, ob du die Perspektive verstanden hast und nicht nur das Buch aus dem ersten Beispiel wiedererkennst.
Fragen zur Übung
Muss ich den Abstand messen?
Nein. Die Aufgaben trennen den Nahbereich des Sprechers, den des Zuhörers und den Bereich außerhalb beider deutlich. Wenn ein Gegenstand zwischen euch liegt, klärt den Bezug gemeinsam. Eine Zentimetergrenze würde für solche Situationen eine Genauigkeit vortäuschen, die diese Lernhilfe nicht liefert.
Ist sore dasselbe wie „deins“?
Nein. In unseren räumlichen Aufgaben ist entscheidend, wo der Gegenstand in Bezug auf die beiden Personen liegt. Ein fremdes Buch neben dem Zuhörer kann mit sore bezeichnet werden. Besitz und räumliche Zuordnung sind zwei verschiedene Informationen.
Kann ich das allein üben?
Ja. Stelle dir zwei klar getrennte Plätze und einen weiter entfernten Gegenstand vor. Schreibe jeweils dazu, welcher Platz die Sprecherrolle übernimmt. Wechsle diese Rolle auf dem Papier und prüfe die Zuordnung. Ein echter Partner hilft zusätzlich dabei, unklare Gesten zu bemerken.
Prüft KanaWay meine Wahl im Raum?
Der hier belegte Ablauf betrifft das Beantworten, Aufdecken und Bewerten vorhandener Lernkarten. Für die selbst aufgebauten Szenen wird keine automatische Prüfung behauptet. Kontrolliere deine Wahl anhand der ausdrücklich festgelegten Sprecherrolle und der Lösungen dieses Artikels.
