Mit te mo ii fragst du, ob du etwas tun darfst. Die Formulierung muss aber zu deiner Absicht passen. In einer Galerie möchtest du vielleicht selbst ein Foto machen. Vielleicht soll auch eine Mitarbeiterin ein Foto von dir machen. In beiden Situationen kommt eine Kamera vor; die handelnde Person ist jedoch verschieden. Diese Entscheidung üben wir, bevor eine höfliche Endung hinzukommt.
Vier vertraute Handlungen und sechs selbst entwickelte Aufgaben halten den Umfang überschaubar. Du prüfst einige Te-Formen, baust kurze Erlaubnisfragen und unterscheidest eine Wortlücke von einem Fehler bei der Satzwahl. Ein belegter KanaWay-Ablauf kann den Wortabruf unterstützen, sofern passende gespeicherte Karten vorhanden sind. Er entscheidet nicht, ob eine vollständige Frage in ein echtes Gespräch passt.
Te mo ii: Wer soll die Handlung ausführen?
Stell dir vor, du hältst eine Kamera und möchtest ein Ausstellungsstück fotografieren. Du bist die Person, die fotografieren soll. Eine Erlaubnisfrage klärt, ob du diese Handlung ausführen darfst. Nun möchtest du stattdessen, dass eine Mitarbeiterin dich fotografiert. Dann soll dein Gegenüber handeln. Dafür brauchst du eine passende Bitte, keine Erlaubnis zum eigenen Fotografieren.
Notiere vor der Übersetzung zwei Angaben: die Handlung und die handelnde Person. „Foto machen; ich“ reicht für den ersten Fall. „Foto machen; mein Gegenüber“ beschreibt den zweiten. Das sichtbare Objekt entscheidet nicht über die Konstruktion. Eine Kamera, ein Fenster oder ein Buch kann in beiden Arten von Gespräch vorkommen.
Auch das deutsche „kann“ kann mehrere Absichten ausdrücken: Fähigkeit, Erlaubnis oder eine Bitte um Hilfe. Hier konzentrieren wir uns auf Erlaubnis für die eigene Handlung und den Unterschied zu einer einfachen Aufforderung. Die vollständige Möglichkeitsform und alle indirekten Bitten gehören nicht zu dieser Übung.
Frage jemanden, der die betreffende Erlaubnis sinnvoll geben kann. Ein anderer Besucher kennt möglicherweise die Fotografieregeln der Galerie nicht. Grammatik allein löst dieses praktische Problem nicht. Warte mit der Handlung und höre die Antwort ab, statt deine Frage schon als Ankündigung einer feststehenden Entscheidung zu verwenden.
Die Erlaubnisfrage als vollständiges Muster
Für unsere höflichen Alltagsbeispiele folgt auf die Te-Form des Verbs もいいですか, mo ii desu ka. 写真を撮ってもいいですか。Shashin o totte mo ii desu ka bedeutet „Darf ich ein Foto machen?“. Die kurze japanische Frage nennt kein ausdrückliches Subjekt; unser Aufgabenrahmen macht klar, dass die sprechende Person fotografieren möchte.
Die Erlaubnislektion der Japan Society belegt das Muster und Beispiele mit Lesen, Trinken, Essen, Anschauen und Sitzen. Wir verwenden einen begrenzten Ausschnitt und eigene Rollenaufgaben. Die Konstruktion garantiert weder eine Zustimmung noch, dass eine Handlung am betreffenden Ort tatsächlich erlaubt ist.
Hänge mo ii nicht unmittelbar an eine Wörterbuchform oder eine Masu-Form. Beginne mit einer geprüften Te-Form und ergänze die vollständige Endung. In 撮ってもいいですか ist totte die Verbform; mo ii desu ka vervollständigt die Erlaubnisfrage. Diese Grenze hilft dabei, den Teil zu erkennen, der bei einem Fehler korrigiert werden muss.
Vergleiche 窓を開けてください。Mado o akete kudasai: „Bitte öffne das Fenster.“ Hier wird dein Gegenüber zum Handeln aufgefordert. 窓を開けてもいいですか。Mado o akete mo ii desu ka fragt dagegen „Darf ich das Fenster öffnen?“. Die Handlung ähnelt sich, aber die Frage erfüllt eine andere Aufgabe im Gespräch.

Vier Verbformen vor dem Austausch der Gegenstände
Unsere Verben sind 撮る, とる, toru, „ein Foto machen“; 座る, すわる, suwaru, „sitzen beziehungsweise sich setzen“; 読む, よむ, yomu, „lesen“; und 開ける, あける, akeru, „öffnen“. Die benötigten Formen lauten 撮って, totte; 座って, suwatte; 読んで, yonde; und 開けて, akete. Lerne jedes Paar zusammen mit seiner Bedeutung.
Nicht jedes Verb auf ru bildet die Te-Form durch einfaches Weglassen von ru. Toru und suwaru ergeben totte und suwatte, während akeru zu akete wird. Yomu hat hier die Endung de: yonde mo ii desu ka. Der gebräuchliche Oberbegriff „Te-Form“ umfasst solche stimmhaften Endungen. Ändere yonde deshalb nicht zu yonte.
Der Leitfaden zur japanischen Te-Form erklärt die größeren Bildungsgruppen und Ausnahmen. Hier bleibt die Liste bewusst klein. Wenn du die Bedeutung von yomu nicht mehr weißt, schließe zuerst diese Wortlücke. Kennst du „lesen“, bildest aber die falsche Endung, vergleiche Wörterbuchform und Te-Form direkt miteinander.
Beim lauten Lesen ist die Umschrift kein Ersatz für ein verlässliches Hörmodell. Der doppelte Konsonant in totte und suwatte gehört zur Form; sprich dort keinen zusätzlichen Vokal. Nutze eine geprüfte Aufnahme für Ausspracheübungen. Unsere schriftlichen Aufgaben prüfen Form und Satzwahl. Richtige Schreibweise allein belegt noch keine flüssige mündliche Verwendung.

Situation und Höflichkeit eindeutig halten
ここに座ってもいいですか。Koko ni suwatte mo ii desu ka heißt „Darf ich mich hier setzen?“. In unserer Situation fragt ein Besucher nach einem Sitzplatz. Koko ni bezeichnet den vorgesehenen Ort des Sichsetzens. Eine leere Bank auf einem Bild liefert nur einen Übungsanlass; sie beweist nicht, dass der Platz in der Wirklichkeit frei verfügbar ist.
この本を読んでもいいですか。Kono hon o yonde mo ii desu ka heißt „Darf ich dieses Buch lesen?“. In der Aufgabe kann die angesprochene Person die Nutzung dieses bestimmten Buches erlauben. Lesen möchte der Sprecher selbst. Soll das Gegenüber stattdessen vorlesen, ändert sich die Absicht und die Erlaubnisfrage drückt diese Bitte nicht aus.
Der französische Genki-Lehrplan des Verlags trennt Bitten von Fragen nach Erlaubnis und zeigt Foto- sowie Fensterbeispiele. Das stützt unsere getrennten Lernziele. Die Bilder dieser Seite zeigen mögliche Situationen vor einer Handlung; sie dokumentieren weder ein tatsächlich geführtes Gespräch noch eine erteilte Erlaubnis.
Desu ka gibt unseren Modellen eine höfliche Alltagsendung. Sie löst nicht jede Frage der Hierarchie oder sehr förmlichen Kommunikation. Wir ordnen hier keine fortgeschrittenen Höflichkeitsalternativen nach Rang. Für eine ungewohnte Situation lerne eine vollständige, kontextgerechte Formulierung, statt ein Wort auszutauschen und daraus die Eignung des ganzen Satzes abzuleiten.

Mit KanaWay Wörter abrufen, Sätze separat beurteilen
Beim Üben muss klar sein, welcher Teil schwierig war. Vielleicht erkennst du die Erlaubnisabsicht, vergisst aber yomu. Vielleicht fällt dir yomu ein, doch die Te-Form misslingt. Oder die Frage ist richtig gebildet, obwohl eigentlich dein Gegenüber handeln soll. Diese Fehler brauchen unterschiedliche nächste Schritte, keine gemeinsame Bewertung als „alles falsch“.
Der aktuelle KanaWay-Projektcode zeigt einen Ablauf für gespeicherte Wiederholungskarten: vor dem Aufdecken einen Versuch machen, den Karteninhalt aufdecken und anschließend selbst bewerten, mit einer Vorschau des Wiederholungsintervalls. Wir veröffentlichen KanaWay und beschreiben hier diese belegte Implementierung. Daraus folgen weder eine öffentliche Verfügbarkeit noch ein spezielles Erlaubniskapitel oder eine automatische Grammatikkorrektur.
Wenn deine vorhandenen Karten ein passendes Verb enthalten, nutze den Ablauf für das Wissen, das die konkrete Karte tatsächlich abfragt. Nicht jede Wortkarte prüft eine Te-Form. Bewerte ein Wort auch nicht allein deshalb als vergessen, weil eine unabhängige Satzaufgabe misslungen ist. Ohne geeignete Karten kannst du die geprüften Verbpaare in eigenen Notizen nutzen; beliebiges Erstellen von Karten versprechen wir nicht.
Kehre danach außerhalb dieser Kartensitzung zur Rollenaufgabe zurück. Notiere die handelnde Person, bilde die Frage und vergleiche sie mit der Antwort. Halte einen Satzfehler getrennt fest. Eine Selbsteinschätzung bewertet deinen Kartenversuch; sie ist keine unabhängige Prüfung von Höflichkeit, Erlaubnis, Hörverstehen oder der Eignung für eine reale Begegnung.
Sechs Aufgaben vor dem Blick auf die Antworten
Decke die folgende Antwortsektion ab. Entscheide zuerst, ob der Sprecher selbst handeln möchte oder die angesprochene Person handeln soll. Wähle Erlaubnisfrage oder Bitte, bevor du Japanisch schreibst. Für Erlaubnissätze reichen die vier geprüften Handlungen. Du darfst die Verbpaare nachsehen, aber die vorgesehene handelnde Person nicht austauschen.
A: Du hältst eine Kamera und fragst eine Galeriemitarbeiterin, ob du ein Ausstellungsstück fotografieren darfst. B: Ein Kollege soll das Fenster öffnen, während du am Schreibtisch bleibst. C: Du fragst den Besitzer, ob du das vor dir liegende Buch lesen darfst. D: Du fragst einen Mitarbeiter, ob du dich auf die leere Bank neben dir setzen darfst.
E: Du stehst an einem geschlossenen Fenster und möchtest es selbst öffnen, nachdem du einen Kollegen gefragt hast. F: Ein Mitarbeiter soll ein Foto für dich machen. Bei F bestimmst du nur die Absicht. Eine vollständige passende Bitte kann Formulierungen erfordern, die über unsere kontrollierten Modelle hinausgehen. Erzwinge nicht für jede Kameraszene dieselbe Erlaubnisfrage.
Erfinde nun eine weitere Aufgabe mit derselben Handlung wie A, aber einer anderen handelnden Person. Erkläre auf Deutsch, weshalb sich die Konstruktion ändern muss. Damit prüfst du, ob die Rollenentscheidung trotz vertrautem Objekt und Verb erhalten bleibt. Nur ein Substantiv auszutauschen, ohne die Person zu prüfen, testet den Kern dieser Übung noch nicht.
Antworten: erst die Absicht, dann der Satz
A ist eine Erlaubnisfrage: 写真を撮ってもいいですか。Shashin o totte mo ii desu ka: „Darf ich ein Foto machen?“. Der Sprecher fotografiert. B ist eine Bitte: 窓を開けてください。Mado o akete kudasai: „Bitte öffne das Fenster.“ Das Gegenüber handelt. Das einfache Modell zeigt den Unterschied; je nach Situation kann eine weichere Bitte passen.
C fragt nach Erlaubnis: この本を読んでもいいですか。Kono hon o yonde mo ii desu ka: „Darf ich dieses Buch lesen?“. Auch D fragt nach Erlaubnis: ここに座ってもいいですか。Koko ni suwatte mo ii desu ka: „Darf ich mich hier setzen?“. In beiden Fällen möchte der Sprecher nach einer Zustimmung selbst handeln.
E ist ebenfalls eine Erlaubnisfrage: 窓を開けてもいいですか。Mado o akete mo ii desu ka: „Darf ich das Fenster öffnen?“. F ist eine Bitte, weil der Mitarbeiter fotografieren soll. Diese richtige Zuordnung genügt für die Aufgabe. Du musst keine vollständige Dienstleistungsbitte aus einer Konstruktion erfinden, die wir hier nicht erklärt haben.
Trenne Rollenfehler von Verbfehlern. Eine Erlaubnisfrage bei B verändert, wer das Fenster öffnen soll. Wählst du bei C richtig die Erlaubnisabsicht, schreibst aber yonte, stimmt die Rollenentscheidung und die Verbform braucht Arbeit. Eine hilfreiche Korrektur benennt das tatsächliche Problem, statt jede falsche Antwort als fehlende Kenntnis des gesamten Japanischen zu behandeln.

Die nächste Übung klein und überprüfbar machen
Wähle eine falsche oder zögerliche Antwort. Behalte die Handlung und ändere die handelnde Person. Erkläre zunächst die neue Absicht, bevor du eine weitere Formulierung bildest. Behalte anschließend die Person und tausche die Handlung gegen eines der anderen geprüften Verben. Ein einzelner Wechsel macht die Ursache einer Schwierigkeit besser sichtbar.
Für eine mündliche Übung vereinbart ihr vorher, dass es eine Simulation ist und beide ablehnen dürfen. Eine zweite Person kann die vorgesehene Rolle und die Übereinstimmung mit dem Modell prüfen. Ein Lächeln, eine Pause oder die Abbildung einer Geste ist kein sprachliches Ja. Die Aufgabe endet mit dem Verstehen der Antwort, nicht schon mit deiner Frage.
Der Leitfaden zum Japanischüben hilft bei kleinen Aufgaben und ihrer Auswertung. Heute zählt, ob du erklären kannst, wer handelt, eine geprüfte Te-Form abrufst und die passende Absicht für eine bestimmte Szene wählst. Eine KanaWay-Wiederholung kann den Wortabruf unterstützen; Satz und Kontext bleiben getrennte Prüfaufgaben.
Fragen zur Übung
Bittet te mo ii das Gegenüber um eine Handlung?
In den kontrollierten Fragen dieser Übung fragt der Sprecher, ob er selbst handeln darf. Soll das Gegenüber handeln, erkenne die Absicht als Bitte und lerne ein geeignetes Bittenmuster. Dasselbe Objekt kann in beiden Situationen vorkommen.
Warum steht yonde in einem Te-Form-Muster?
Te-Form ist die gebräuchliche Bezeichnung einschließlich Formen auf de. Yomu wird hier zu yonde. Behalte diese geprüfte Form bei und ergänze mo ii desu ka; mache aus de nicht te.
Prüft eine KanaWay-Bewertung meinen Erlaubnissatz?
Der belegte Ablauf ermöglicht Versuch, Aufdecken und Selbsteinschätzung für vorhandene gespeicherte Karten. Er belegt weder Satzkorrektur noch eine Erlaubnislektion. Prüfe das tatsächliche Kartenziel und deinen Satz getrennt.
